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Quelle: WKO-Newsletter / WirtschaftsBlatt Nr. 4424/2013 vom 26.08.2013 |
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Nur Irland kann den Euroschirm verlassen |
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Seite 3 Ressort: Unternehmen & Märkte Von: Wolfgang Tucek Hauptausgabe
ANALYSE
Nur Irland kann nach Auslaufen des Rettungsprogramms auf eigenen Beinen stehen. Portugal hinkt etwas hinterher, Zypern und Griechenland laborieren noch länger an der Krise.
WIEN. Nur Irland wird sich nach dem Auslaufen seines Rettungsprogramms Ende des Jahres sicher wieder selbst am Finanzmarkt refinanzieren können. Portugal braucht ab Sommer 2014 wohl weiter Überbrückungskredite, das zyprische Hilfsprogramm wackelt und muss aller Voraussicht nach nächstem Jahr grob überarbeitet werden. Das geht aus einer neuen Analyse der Commerzbank hervor. Darin wird auch Griechenland behandelt. Dass dieses Land 2014 und danach zusätzliche Hilfestellung braucht, ist aber bereits ausführlich dokumentiert.
Der grünen Insel attestiert Commerzbank-Ökonom Christoph Weil dagegen einen flexiblen Arbeitsmarkt und die Wiederherstellung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit. Im globalen Standortranking der Weltbank rangiert Irland auf Platz 15. Im zweiten Vierteljahr hat die Wirtschaftsleistung zugenommen. Mit der Belebung der Konjunktur in der Eurozone, in Großbritannien und den USA sollte sich dieser Trend auch bei den Iren bestätigen. Die heuer noch hohe Neuverschuldung von sieben Prozent des BIP sinkt dadurch in den nächsten Jahren automatisch. Private Investoren sind zunehmend bereit, in längerfristige irische Staatspapiere zu investieren. Diese könnten sich sogar günstiger entwickeln als die Italienischen, für die vor dem Wochenende 4,3 Prozent für zehn Jahre fällig waren. Mit vorbeugenden Kreditlinien des Euroschirms ESM könnten die Zinsen noch abgesichert werden.
Auch Portugal macht Fortschritte: Die preisliche Wettbewerbsfähigkeit passt laut Commerzbank wieder, die Rezession scheint vorbei -im zweiten Quartal ist die Wirtschaft offenbar um erstaunliche 1,1 Prozent gewachsen. Das Defizitziel von 5,5 Prozent des BIP für heuer dürfte halten. Doch nach ersten erfolgreichen Platzierungen am Finanzmarkt hat die Regierungskrise im Sommer das Vertrauen erschüttert, was auch auf die neue Regierung abfärbt. Die Rückkehr auf die Finanzmärkte sei daher "unsicher", schreibt Weil. Jedenfalls werde Lissabon vorbeugende ESM-Kreditlinien beantragen.
Steile Talfahrt für Zypern
Düster sieht es dagegen in Zypern aus: Dienstleister und Kapital durch niedrige Steuersätze und laxe Regulierung anzulocken, habe als Wirtschaftsmodell ausgedient. Alternative gebe es bisher keine. Tourismus und die minimale Industrie können das nicht aufwiegen. Die Rezession nimmt daher voll Fahrt auf und steuert griechische Ausmaße an (bisher rund 25 Prozent). Alle Konsolidierungspläne seien daher Makulatur, das Rettungsprogramm überholt. Eine Rückkehr privater Investoren steht bis auf weiteres nicht bevor.
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